Pioneer im GameIt - Quo Vadis

  • Vielleicht hat es der eine oder andere Commanderspieler ja bereits bemerkt, aber die bunte Truppe, die sich jetzt seit mehr als einem Monat jeden Freitagabend wieder zum Spielen zusammenfindet, beschäftigt sich nicht etwa mit Standard oder Modern, nein, wir spielen Pioneer. Dieses schon so oft totgesagte Format, das in seiner nicht einmal zweijährigen Existenz sowohl diverse Simic-Legenden, als auch Wizards Banpolitik und eine globale Pandemie überstanden hat, erfreut sich im GameIt immer noch einer hohen Beliebtheit. Auch über den Laden hinaus ist das Format wieder stärker im Kommen, jetzt da Wizards demonstriert hat, dass sie ihm neues Leben einhauchen wollen. Wer die Seiten des Forums hier durchstöbert findet sicherlich noch Alex AAR (After Action Report), ansonsten habe ich ihn hier auch noch einmal verlinkt: Pioneer Turnier im GameIt. Seit diesem Turnier im Juli 2020 ist sowohl in Bezug auf das Format als auch auf die Meta im Laden viel passiert. Während damals noch Katzen und Gruul Pummeler um den Sieg mitspielten, ist die Meta im Laden heute deutlich kompetitiver geworden und stellt einen gesunden Querschnitt der im Format präsenten Tier 1 und 2 Decks dar. Aus meiner Sicht ist das eine absolut begrüßenswerte Entwicklung. Spielen auf einem hohen kompetitiven Niveau hat für Magic-Neulinge wie auch für alte Hasen einen ganz besonderen Reiz. Komplexe Matchups, das Kennenlernen des eigenen Decks, das Ausprobieren neuer Sideboardkarten, die Vorbereitung auf die sich wöchentlich wechselnde Meta, das alles sind neben den netten Mitspieler*innen und der entspannten Atmosphäre im Laden gute Gründe um wöchentlich wiederzukehren.


    Das letzte Turnier verlief für mich mit Mono Black Aggro insgesamt durchaus erfolgreich. Im ersten Match ging es gegen die Vampir Variante mit Sorin, Imperious Bloodlord und Khalitas, Traitor of Geth. Kein besonders angenehmes Matchup für Mono Black, aber im Endeffekt reichte es für einen Achtungserfolg 1:2. In Runde 2 ging es dann gegen Jeskai Creativity, eine spannende Mischung aus Control und Combo, die im späteren Spielverlauf das Spiel schnell für sich entscheiden kann. Dank glücklicher Draws kam mein Gegner nie dahin und damit ging es dann auch schon in Runde 3 gegen das Golgari +1/+1 Counter Deck. An und für sich nicht besonders präsent in der aktuellen Pioneermeta, aber jedes Deck, das in der Lage ist relevante Blocker auf das Board zu legen und diese zu beschützen, kann Mono Black überrumpeln. Glücklicherweise konnte ich genügende Removal nachziehen, um auch dieses Match für mich zu entscheiden. Insgesamt ein erfolgreicher Abend, auch wenn es für die Preisränge knapp nicht gereicht hat. Zum Glück bekommt man ja eine garantierte Promokarte geschenkt und meine neue Kopie von "Power Word: Kill" werde ich nächste Woche ausprobieren. :]


    Wer sich jetzt denkt: "Mann, kompetitives Pioneer Spielen klingt spaßig, aber ich habe ja gar kein Deck, also kann ich da auch nicht hin.." liegt glücklicherweise falsch. Für den interessierten Neuling oder Einsteiger sind immer Decks zum Verleihen da (schreibt oder sprecht mich einfach an) und wer sich noch ein wenig gedulden mag, kann ja auch ab Oktober die neuen Challenger Decks erwerben, die allesamt gut aussehen, um im Laden vernünftig mitzuspielen. Es gibt nichts zu verlieren und jede*r kann Magic von einer seiner schönsten Seiten kennenlernen, mit all der taktischen Tiefe einer gesunden und kompetitiven Meta. Die Community freut sich auf jeden Fall über alle neuen Mitspieler*innen. :))


    Jetzt wo der Thread einmal da ist, kann man ihn ja auch wunderbarerweise dazu nutzen, um sich über Deckideen/Turnierverläufe u.Ä. auszutauschen.

  • Neue Woche, neues Turnier, neuer Turnierbericht:


    Jim Davis (Mtg-Pro und Streamer) hat mal zu seinen Erfahrungen mit Modern gesagt, für ihn wäre es einfach "comfy", sprich komfortabel, wenn er die gleiche Tron-Liste wie vor x Jahren auspacken könnte und entspannt damit Turniere bestreiten würde. Ich habe keine Erfahrungen mit Modern und keinen Bezug zu Tron, aber mir geht es ähnlich, wenn ich eine Variante von RG Midrange spielen kann. Nicht zu aggressiv, nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam, einfach vernünftige Karten, die einem das Spiel hoffentlich alleine dadurch gewinnen, dass sie besser sind als das, was der Gegner gerade auf den Tisch legen kann. Und gestern habe ich genau das mal versucht. Für diejenigen, die es interessiert ist hier ein Link zur ungefähren Liste: Gruul Midrange auf mtgdecks.net Natürlich habe ich mein Sideboard leicht angepasst, aber vom Prinzip her ist der Spielplan simpel:

    Wir spielen einen Manaelfen Runde 1, wenn wir den gerade nicht zur Hand haben, hoffentlich das Lovestruck Aventure ("Hearts Desire") und ab dann spielen wir unser Removal und unsere Value-Karten hoffentlich ahead of curve (also zum Beispiel die 4 Mana Chandra Turn 3) und generieren Card-Advantage darüber, dass wir entweder effiziente Karten wie Bonecrusher, Chandra oder Glorybringer nutzen, um Kreaturen/Planeswalker des Gegners wegzuräumen während unsere Threats auf dem Board bleiben. Oder wir legen Kiora, Behemoth Beckoner und ziehen die Karten direkt nach, jedes Mal, wenn wir eine Kreatur spielen. Praktischerweise haben fast alle unsere Kreaturen mindestens 4 Power. Zudem untappt sie einen Glorybringer, denn wir exerted haben, was für mich die niedlichste und faire "unfaire" Synergie ist, die ich bislang in Pioneer so gesehen habe. Der Rest des Decks besteht mehr oder minder aus flexiblen Burnspells und 2 Kopien von Klothys, um den Gegner durch Burnschaden konstant unter Druck zu setzen.


    Tja, soweit der Deckplan, bleibt die Frage, wie es denn geklappt hat?


    Im ersten Match ging es gegen das Rakdos Arcanist Deck. Eine sehr elegante Mischung aus Handhate, Value und Graveyard Shenanigans, die in den vergangen Wochen häufig das Turniergeschehen dominierte. Mit der Midrange Gruul Liste wirkte das Matchup besser und Game 1 wurde nach langem Grind durch ein Chandra Emblem gewonnen. Game 2 dadurch, dass mein Gegner keine Länder zog. Nun gut, ist blöd, aber passiert. Insgesamt fühlte sich das Matchup ausgewogen an, vielleicht ganz leicht vorteilhaft dadurch, dass mein Sideboard bis an den Rand vollgepackt war mit Scorching Dragonfire, Scavenging Oozes und Garruk's Harbingern. ^^"


    In der nächsten Runde ging es gegen Izzet Phoenix und die ging knapp verloren, in einem insgesamt engen und aufregendem Match. Das Izzet Deck ist viel zu gut darin, im mittleren und späten Spielverlauf absurden Value durch die immer wiederkehrenden Phoenixe und die permanenten Ancestral Recalls Treasure Cruises zu generieren, dagegen sieht eine "faire" Gruulliste alt aus, vor allem dann, wenn der Gegner zwei (!) Dinger aus dem Eis in einer Runde flippt. Naja. Passiert und jedes Deck hat bessere und schlechtere Matchups und Phoenix fühlte sich gestern wie ein Matchup an, für das man eine kleine Portion Glück mitbringen muss.


    In der letzten Runde ging es dann gegen die "neueste" Trendvariante von Fires of Invention, getauft auf den liebevollen Spitznamen "Enigmatic Fires", da sich das Deck durch die Kombination aus Fires of Invention und Enigmatic Incarnation eine herrlich anzusehende Value Engine aufbaut, bei der die Antworten auf den Boardstate des Gegners irgendwann Runde für Runde durch das Opfern von Verzauberungen aus dem Deck herausgesucht werden. Was soll ich dazu sagen, um das Spiel Runde 4 oder 5 dichtzumachen, war mein Gruul Deck nicht schnell genug. ^^ Aber es war trotzdem spannend und spaßig, mal ein weiteres neues Deck mit eigener Strategie im Laden sehen zu können. Vielfalt ist doch immer was Schönes.


    Tja, ist Gruul Midrange für mich jetzt mein neues "Comfy-Deck"? So ganz sicher bin ich mir da noch nicht, aber ich denke, es bleibt auf jeden Fall eine Liste, die ich von Zeit zu Zeit mal hervorziehen kann, wenn ich Lust habe, weniger nachzudenken und einfach nur Chandras casten will. Und wer jetzt auch Lust auf Pioneer bekommen hat, denn die soll der Thread hier ja auch erzeugen: In zwei Wochen (denn nächste Woche ist Prerelease) finden wir hoffentlich wieder alle zusammen. Und dann wird es wieder Zeit für ein neues Deck und einen neuen Turnierbericht. Bis dahin! =D

  • Um den Thread brav weiter zu bedienen, hier der nur leicht verspätete Bericht vom letzten Freitag:


    Ich weiß nicht, wie es anderen Spielern gelingt, konstant das gleiche Deck zu spielen, aber ich mag meine Abwechslung. Dazu gehört für mich, eine mittelgroße Anzahl spielbereiter Decks zu haben und sie schön rotierend auszuprobieren. Da ich so zudem nie lerne, wie man Matchups vernünftig spielt, hat es zugleich den tollen Vorteil, dass ich mit jedem neuen Turnier wieder eine neue Lernerfahrung mache. So auch letzten Freitag. ^^


    Das Deck der Wahl war dieses Mal die klassische Mono Black Vampires Liste. Kenner des Formats haben vermutlich bereits jetzt exakt im Kopf wie mein Deck aussah, nämlich eins zu eins so, wie jede Vampir Liste innerhalb der letzten 12 Monate aufgebaut war: 4 x Sorin, Imperious Bloodlord, 4 x Champions of Dusk, 4 x Khalitas, Traitor of Geth, Knight of the Ebon Legion, Dusk Legion Zealot, Gifted Aetherborn, Thoughtseize, Fatal Push, Doom Blade Variante des Vertrauens und 25 Länder. Nichts besonderes, aber verhältnismäßig effektiv für eine rein schwarze Midrange Liste. Der Gameplan ist dabei denkbar einfach und lautet: Spiel Sorin, spiel Vampire = Profit!


    Tja, es ging so aus, wie es der geneigte Leser vermutlich bereits gedacht hat, der Abend endete in einem 2:2 für das Vampirdeck. Die Matchups waren dabei an und für sich in Ordnung, sowohl Rakdos Arcanist (1:2), Mono Red Magda (2:0), Orzhov Auras (1:2) als auch Jund Treasure (2:0) fühlten sich spielbar an. Der Autor dieser Zeilen war nur absolut ungeübt mit seinem eigenen Deck und mitunter vielleicht etwas zu zuversichtlich, wenn es um das Halten von Starthänden ging (Profitipp: 5 Länder und ein Champion of Dusk sind kein "safer Keep" gegen Orzhov Auras). Das gute alte Motto "Da ziehe ich mich rein" lässt einen doch stärker im Stich als man denken würde, wenn der Gegner nicht gerade genauso rumalbert. Den Gefallen tat mir am Freitag leider niemand. ^^"


    Was lernen wir denn daraus? Zum Einen bin ich mittlerweile absolut positiv überrascht und begeistert ob der Vielfalt an Decks im Laden. Letzten Freitag waren 5 Color Enigmatic Fires (Abendsieger, Glückwunsch an der Stelle), 4 Color Omnath, Rakdos Arcanist, Orzhov Auras, Izzet Phoenix, Selesnya Company, Jeskai Control, sowie die beiden Schatzdecks am Start. Die Diversität des Formats ist damit vollends im Laden angekommen, es gibt keinen Archetype und kein Deck, was wir hier nicht sehen können. Und ebendiese Vielfalt erzeugt besonders viel Spannung und Spielspaß, man kann sich nie sicher sein, gegen welches Deck es in der nächsten Runde geht! Oder in der nächsten Woche, denn ich denke mal, dass ich nicht der einzige Spieler bin, der Abwechslung schätzt.


    In dem Sinne: Wir sehen uns morgen, hoffentlich noch zahlreicher als zuvor und auch wenn ich noch nicht sicher weiß, welches Deck es bei mir wird, bin ich mir sicher, dass die Vampire morgen in der Gruft (oder auf dem Schiff, die Ixalan Lore ist weird) bleiben werden. Bis dahin! =D

  • So, nach einer kleinen Pause folgt hier der nächste Turnierbericht: Wenn wir die Woche, in der ich mit überraschend viel Glück eine Mono Blue Spirits Liste zu einem Sieg nach Tiebreaker navigieren konnte, mal außen vor lassen, bin ich dem Mono Black Vampires Deck doch treu geblieben. Ausgestattet mit den wertvollen Erfahrungen der letzten Zeit ging es dann direkt in ein spannendes Spiel gegen Jund Citadel:


    Wer sich noch an die glorreichen Tage von Mayhem Devil in Standard erinnert hat eine grobe Idee, davon, was das Deck erreichen will: Das Bord mit Kreaturen zukleistern, Kreaturen opfern, Value generieren und irgendwann eine Zitadelle durchbekommen und dann alles casten, was das Topdeck hergibt. Tja, sah erst einmal gar nicht mal so einfach aus für Sorin und seine blutsaugenden Freunde. Der Schlüssel zum Erfolg im ersten Spiel war es, den Prosperous Innkeeper und somit den Lifegain des Gegners zu unterbinden. Nach dem Sideboard gab dann die Mischung aus der "Du darfst dein Deck nicht mehr spielen"-Karte aka Gravediggers Cage nebst einseitigem Boardwipe + Khalitas den Ausschlag.


    In der nächsten Rund ging es dann gegen einen Archetype, von dem ich vorher nicht einmal theoretisch wusste, dass er existiert: Azorius Reanimator. Eine Liste, die wohl auf einem alten Deck aus Standardzeiten beruhte und versucht, mit einer Kombination aus starken Loot-Effekten (Champion of Wits, Faithful Mending) den eigenen Friedhof zu befüllen, während man mit Refurbish einen 4 Mana Reanimator Effekt auf die Bomben wie Torrential Gearhulk oder Angel of Invention vorbereitet. Spannendes Deck und ein innovativer Gameplan, gegen die Vampire hatte mein Gegner leider zu lange zu viel Mühe damit seine Landdrops zu finden um sich durchzusetzen. Aber die Idee eines Torrential Gearhulks Runde 4, der dann noch mal extra Value generiert finde ich beunruhigend genug um dem Deck nächstes Mal mit noch mehr Vorsicht zu begegnen (und vielleicht meinen Graveyard Hate auch mal reinzuboarden :whistling:).


    Tja, in der dritten Runde ging es dann erneut gegen eine Jund Citadel Liste, allerdings hatte mein Gegner dieses Mal auch die Korvolds im Gepäck. Der dann auch prompt das erste Spiel gegen mich im Alleingang gewann. Die Entscheidung, alle Murderous Rider ins Sideboard zu verbannen, zahlt sich nicht aus, wenn der Gegner einen Fivedrop mit 10 +1/+1-Marken kontrolliert und Fatal Push und Heartless Act etwas "mau" aussehen. Nach dem Sideboard jedoch rettete Gravediggers Cage mir zum zweiten Mal am Abend das Match. Wirklich eine gute Karte gegen die Meta dieses Abends.


    Und mit dem Gedanken ging ich in Spiel Nummer vier gegen die Enigmatic Fires Liste. "Gravdiggers Cage stoppt den Gameplan des Decks doch locker, mein Gegner kann immerhin sein Deck nicht mehr nach Antworten durchsuchen." dachte ich mir noch vorher. Tja, soweit richtig. Er konnte sie allerdings immer noch von der Hand spielen. Und gegen diese geniale Lösung hatte ich dann keine Antwort aus meinem Sideboard mehr parat und musste mich dem Deck 0:2 geschlagen geben. ^^"


    Ein weiterer Turnierbericht, ein weiterer verdienter Sieg für Enigmatic Fires! Glückwünsche gehen erneut raus. :)) Ansonsten finde ich es faszinierend, wie viel vielfältiger die Meta geworden ist, seit ich angefangen habe, sie in diesem Thread zu dokumentieren. Und ich frage mich, ob neben Geistern und Vampiren nicht vielleicht auch Werwölfe und Menschen einen Platz in meiner Deckbox verdient hätten? Dann hätte ich die Liste der Tribes aus Innistrad passend zu den aktuellen Sets und dem nahenden Halloween voll gemacht. Aber wie kriegt man beide Tribes in ein Deck rein? Vielleicht fällt mir ja bis zum nächsten Turnier was ein. Bis dahin. =D

  • So, neue Woche, neuer Turnierbericht für das Forum. Den Satz wollte ich eigentlich bereits letzte Woche schreiben, aber da ich sowohl etwas faul als auch unmotiviert nach Niederlagen bin, erspare ich euch eine Einlassung zu dem Thema: Wie verliert man mit Lotus Field Combo gegen Bant Spirits und Sultai Flash? Für diejenigen, die es brennend interessiert: Deutlich, man verliert deutlich. ^^"


    Zurück zum eigentlichen Thema des Posts, das Turnier gestern war wieder gut besucht und auch von den gespielten Decks her divers aufgestellt. Mein Highlight des Abends war eine Orzhov-Liste, die vornehmlich Engel und Kleriker (und jede Menge Removal) spielte. An und für sich ein stabil aufgebautes Midrange-Deck mit starken Lifegain, Counter und Token Synergien, das sich meiner Phoenix-Liste nur äußerst knapp geschlagen geben musste. 4 Treasure Cruises waren dann allerdings doch knapp stärker als diverse Flieger. In der nächsten Runde ging es dann gegen die nächste Orzhov-Liste und was soll ich sagen, wenn man mit Phoenix durchgehend alles an Removal gegen das Aura Deck zieht, läuft es rund. So war es auch und damit ging es auch schon in Match 3 und hier wurde es haarig:


    Im ersten Spiel wurde mir ein 8/8 fliegender Haifisch zum Verhängnis (mal ehrlich, Haie sollten nicht so groß sein wie Eldrazi-Titanen, was läuft auf der Ebene von Ikoria eigentlich schief?), im zweiten Spiel spielte mein Gegner eine riskante Hand mit Rest in Peace, jedoch ohne blaues Mana und zog dann nicht glücklich nach. Und im 3 Spiel ging der Grind komplett los. Izzet Phoenix ohne Phoenix spielt sich wie eine schlechte Kontrollliste, die einfach nur probiert Narset auf das Board zu packen und dann irgendwie zu gewinnen und so kam es dann auch. Nach gefühlten 12 Zügen ging es in das Timeout (bis dahin hatte ich zum ersten Mal in meiner Magic Karriere eine Schatzfahrt für 8 Mana gewirkt) und es wurde spannend. Ich hatte einen Ral, Izzet Viceroy mit ausreichend Loyalität auf dem Board um in meinem letzten Extrazug das spielgewinnende Emblem zu generieren und mein Gegner hatte 3 Züge, um das irgendwie zu verhindern. In seinem ersten Extrazug kam ein Dig Through Time für ebenfalls 8 Mana, welches ich kontern konnte, in seinem zweiten dann Teferi, Hero of Dominaria. Den Izzet Charm konnte er noch bezahlen, den Mystical Dispute jedoch nicht mehr und danach gewann mir das Emblem dann das Spiel. Geschafft aber glücklich ging es dann in das Finale gegen Bant Spirits:


    Joa. Waren zwei kurze Runden, was soll ich dazu schreiben? :D Spirits ist nach wie vor für mich eines der stärksten und coolsten Decks im Format und wenn der Gegner es dazu auch noch gut spielt, sieht die Interaktion in Phoenix schnell alt aus. Trotzdem ein spaßiges Match und insgesamt wieder ein schöner Abend. Es ist jedes Mal erfreulich, wenn neue Gesichter sich zu den altbekannten dazugesellen und die Pioneercommunity im Laden weiter wächst. An der Stelle sei darauf hingewiesen, dass neben der nach wie vor bestehenden Möglichkeit sich Decks auch mal für einen Abend auszuleihen (schreibt mich ruhig an) mittlerweile auch die Challenger Decks für das Format im GameIt erworben werden können. Dabei handelt es sich um durchaus spielstarke Decks die auch ohne Upgrades in der Lage sind, Siege zu holen. Vielleicht motiviert das ja stille Lesende dazu, sich nächste Woche der Herausforderung zu stellen. ^^


    Bis dahin. =D

  • Zwei Wochen und ein neues Set später folgt dann auch sogleich der nächste Turnierbericht. Am Abend des Prereleases waren wir nur zu sechst, was für einen Abend, an dem die Mehrheit der Spieler*innen das neue Set spielen wollten, ziemlich beachtlich ist. :))


    Da ich es darauf anlegte, den 20:00 Uhr Prerelease noch zu schaffen, war meine Strategie für den Abend klar vorgegeben: Spiel das schnellste Deck im Format. Und das ist, wie fast überall anders auch Burn (zumindest gemessen an der reellen Spielzeit, ^^). Die Strategie ist denkbar einfach, Prowess oder Pseudoprowess-Kreaturen (looking at you, Ghitu-Lavarunner) in den ersten zwei Runden spielen, Burnspells abfeuern und bis 20 zählen. Gewinnen und dann wiederholen. Ein "etwas" ausführlicherer Spielplan von einem wesentlich besseren Burn-Spieler findet sich hier: Boros Burn Deckguide - draftsim Meine Liste wich nur in dem unwesentlichen Detail davon ab, dass ich statt dem neuen, heißen Burnspell aus Innistrad: Midnight Hunt den guten alten Shock spiele, aber den Ablauf des Abends hat das nicht wesentlich verändert (Profitipp: Wenn man mit Burnspells nicht auf den Gegner, sondern auf 2-Toughness Kreaturen zielt, ist es egal, ob man jetzt Shock, Lightning Bolt oder Play with Fire wirkt). Und mit diesem Wort zum Sonntag geht es dann auch schon in die Matchups:


    Zunächst ging es gegen das ausschließlich rote Schatzdeck, was durch eine Kombination aus Schätzen mit Magda, Brazen Outlaw und Pumpspells plus Drover of the Mighty versucht, einen Terror of Mount Velus früh ins Spiel zu bekommen um dann wie aus dem Nichts 20 Schaden zu drücken. Klappt nicht ganz so gut, wenn der böse Burn-Spieler einfach alles wegschießt, was so auf dem Feld liegt. Manchmal fühlt es sich gemein an, Burn zu spielen und das erste Match war leider so ein Spiel. ^^" Aber was will man machen, das Turnier musste weitergehen und so ging es in Match zwei gegen das Bant-Spirits Deck. Als Lektion aus dem Match nehme ich mit, dass man sich nur in 50% der Fälle erlauben sollte, eine Einlandhand zu behalten und in den anderen 50% einen Mulligan nehmen sollte. Leider weiß man das vor dem Mulligan nicht und daher sollte man eigentlich jede Einlandhand behalten, es könnte ja klappen. Das Leben kann sehr einfach sein, wenn man positiv denkt. Oder wenn man ein sehr gutes Matchup hat und der Gegner noch so nett ist, einem zu verraten, dass man den Eidolon nicht unbedingt rausboarden sollte. :saint: Länder nachzuziehen schadet auch nicht und mit der gewohnt unverschämten Mischung aus Glück und Glück ging es dann ins Finale. Gegen Dimir Control. Was soll ich sagen, es gibt nicht nur Matchups sondern auch ganze Turniere, da fühlt es sich gemein an, Burn zu spielen. :tongue:


    Unabhängig vom persönlichen Glück oder Erfolg war das mal wieder ein gelungener Pioneerabend im GameIt und den 20:00 Uhr Prerelease habe ich auch noch geschafft. ^^ Das sich parallel zu einem laufenden Prerelease mal genügend Spieler für ein entspanntes 3-Runden-FNM Turnier zusammenfinden würden hätte ich mir vorher auch nicht erträumen lassen und entsprechend positiv überrascht geht es dann in die Restwoche bis zum nächsten Turnier. Dann auch wieder ohne Shocks, versprochen. Bis dahin. =D